Frage gestellt von Klaus
Zum Vater unser:
Und führe uns nicht in „Versuchung“
Gott Vater führt uns sicher nicht in Versuchung. Wie ist denn diese „Übersetzung“ gemeint?
Antwort von Pfarrer Winfried Pietrek:
Der Apostel Jakobus schreibt: „Keiner sage, wenn er versucht wird: Von GOTT werde ich versucht. GOTT kann nicht zum Bösen versucht werden. ER versucht auch selbst niemanden.“(1,13) Aramäisch-Kenner sagen uns, daß die Vaterunser-Bitte: „…und führe uns nicht in Versuchung“ besser übersetzt werde mit: „Und laß uns nicht fallen in der Versuchung!“
In seinem ersten JESUS-Buch schreibt Papst Benedikt XVI. zu dieser Vaterunser-Bitte (Seite 195-199 ) u.a.: „Damals wurde JESUS vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden“ (Mt 4,1).
Aus dem AT-Buch Ijob (Hiob) schließt der Hl.Vater: „Um reif zu werden, um wirklich immer mehr von einer vordergründigen Frömmigkeit in ein tiefes Einssein mit GOTTES Willen zu finden, braucht der Mensch die Prüfung.“ Er fügt die Gebets-Bitte an: „Denke bitte an das begrenzte Maß meiner Kraft.“ Und er zitiert den heiligen Zyprian, der Versuchung auch als Buße auslegt, um unseren Hochmut zu dämpfen. Zugleich stellt der Papst fest: JESUS habe unsere Versuchungen durchlitten.
Zuletzt zitiert Benedikt XVI. Paulus: „GOTT ist treu; ER wird nicht zulassen, daß ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. ER wird euch in der Versuchung Ausweg schaffen, so daß ihr sie bestehen könnt“ (1 Kor 10,13).
So mißverständlich die deutsche Übersetzung dieser Vaterunser-Bitte ist, so wagte die Kirche bisher aber keine Änderung - offenbar, um weiterer Verwirrung zu wehren. Pfarrer Winfried Pietrek
ANTWORT: zum Vater Unser
Started By JoseMaria, Mär 22 2011 07:12
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