Die 10 Gebote
#31 Guest_Bea_*
Geschrieben 26 Mai 2009 - 02:58
#32
Geschrieben 26 Mai 2009 - 03:06
Zitat
#33 Guest_MX2_*
Geschrieben 26 Mai 2009 - 04:50
#34 Guest_Bea_*
Geschrieben 26 Mai 2009 - 07:08
Zitat
Zitat
#35
Geschrieben 27 Mai 2009 - 03:58
Zitat
#36
Geschrieben 30 Mai 2009 - 01:22
Zitat
Zitat
#37 Guest_MX2_*
Geschrieben 21 Juni 2009 - 08:18
#38
Geschrieben 22 Juni 2009 - 05:33
#39 Guest_Erwin_*
Geschrieben 29 Juni 2009 - 03:56
#40
Geschrieben 15 August 2011 - 08:30
Der Heilige Geist wird in uns in der Bibel selbst durch eine Taube verbildlicht, also auch hier eine Darstellung als solche kein Problem...
Was aber ist mit den Darstellungen von Gott dem Vater die es auch hin und wieder (und auch im Vatikan) gibt?
Damit habe ich in meinem Herzen durchaus ein großes Problem, da ich hier nicht sehe, dass ein Bilderverbot aufgehoben wurde und ich auch sehr stark die Gefahren sehe sich den Schöpfer des Universums als alten Mann mit Bart abzubilden...
Beleidigen wir damit nicht Gott indem wir ihn so darstellen...?
Wäre schön wenn mir jemand etwas dazu sagen könnte weil das ist wirklich noch eine der Sachen die mir Kopfschmerzen bereitet wenn ich meinen Glauben angucke...
„Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre.“
– Psalm 115,1
#41
Geschrieben 15 August 2011 - 12:23
verzeih, wenn ich auch hier Dir antworte.
Denn auch für mich war es mal ein Problem, bis mir zum Einen ein alter und weiser Priester,
es verdeutlichte; und zum Zweiten, ich Mutter wurde.
Dieser Priester wies mich darauf hin, dass wir in Gottes augen Kinder sind.
Nun wirst du zu Recht, wie auch ich damals, fragen : " Na und ?"
Doch was er mir weiter dazu sagte, verstand ich erst als ich Mutter wurde.
Denn wie erklärst du einem Kind, was es nicht begreifen kann ?
Genau, du nimmst dir Bilder zur Hilfe und im weitesten Sinne, ist es das gleiche mit der Darstellung Gott Vater. Es ist für uns eine Hilfestellung, weil wir nicht in der Lage sind
etwas zu begreifen, was wir nicht sehen können. Und noch viel weniger, etwas zu begreifen, was so allmächtig, so allumfassend ist wie Gott. Und dass Gott als Vater dagestellt wird, beruht auf dem Gebet des Herrn, welches Er uns geschenkt hat.
So ist es zum einen unsere Sehnsucht und unser nicht verstehen können, dass Gott Vater von uns als weiser Vater bildlich dargestellt wird. Und nicht Ihm klein zu machen oder Ihn zu entwürdigen, sondern einfach damit wir in unser menschlichen Schwäche uns so und über diese bildliche Darstellung an unseren Göttlichen Vater wenden.

Oves meae vocem meam audiunt et ego cognosco eas, et sequuntur me ( Joh 10,27 )
#42
Geschrieben 15 August 2011 - 12:44
Gott als Vater zu erklären ist ja auch sicher richtig und gut. natürlich ein Vergleich durch Worte, wie soll man sich auch sonst überhaupt Gott vorstellen können...
Aber ein Bild ist eben ein Bild was erstmal etwas abgeschlossenes ist und wo man sehr leicht versucht ist es als das Tatsächliche anzunehmen...
Aber vlt. denke ich da auch zu gesetzlich?...
Übrigens bitte nicht um Verzeihung für deine Antworten sondern lass dir von mir danken für deine schnelle Hilfe...
„Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre.“
– Psalm 115,1
#43
Geschrieben 15 August 2011 - 05:38
Jakobus sagte am 15 August 2011 - 12:44 :
Gott als Vater zu erklären ist ja auch sicher richtig und gut. natürlich ein Vergleich durch Worte, wie soll man sich auch sonst überhaupt Gott vorstellen können...
Aber ein Bild ist eben ein Bild was erstmal etwas abgeschlossenes ist und wo man sehr leicht versucht ist es als das Tatsächliche anzunehmen...
Aber vlt. denke ich da auch zu gesetzlich?...
Übrigens bitte nicht um Verzeihung für deine Antworten sondern lass dir von mir danken für deine schnelle Hilfe...
könnte es sein, dass du hier in Punkto " Aber vlt. denke ich da auch zu gesetzlich?..." eine Kleinigkeit ausser acht gelassen hast ?
Denn, so schmerzlich es auch sein mag ( falls du kein Kind des Volkes Israels sein solltest), wir sind " nur " die Nachkommen von Heiden , und somit sind einige Vorschriften und Satzungen nicht für uns bestimmt, was auch im Fall des Bildmachens zu trifft. Denn, wenn ich mich nun nicht ganz irre, hatten die Heidenchristen ( zu denen auch unsere Ahnen gehörten und so mit auch wir) schon um 235 nach Christus ,Formen der Ikonen und das zweite Konzil von Nicäa ( 787) hob unter bestimmten Voraussetzungen auch das Bilderverbot auf.
Gut, es ist schon etwas kompliziert, aber solange ein Bild oder eine Ikone von uns als solches nicht angebetet wird, sondern uns hilft im geistigen Sinne hinter dies zu schauen ,
sind sie nur ein Hilfsmittel. Denn so, wie kein Christ beschnitten werden muß, um von Gott Vater als Sohn angenommen zu werden.Stehen wir nicht in allem unter dem gleichen Gesetz und Vorschrift ,wie das Volkes Israel .
Hört sich vielleicht komisch an, aber besser kann ich es dir nicht erklären.

Oves meae vocem meam audiunt et ego cognosco eas, et sequuntur me ( Joh 10,27 )
#44
Geschrieben 15 August 2011 - 06:07
Natürlich viele Gebote sind nicht mehr nötig und wurden durch Christus erneuert im Neuen Bund den wir durch ihn mit Gott haben!
Aber keineswegs ist auch nur irgendein Gebot aufgehoben wie uns der Herr Christus lehrt:(Mt 5,17-19)
17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. 18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. 19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Beschneidung, klar war Zeichen des Bundes von Gott mit Israel das Zeichen unseres Neuen Bundes ist die Taufe und wurde somit erneuert aber nicht weggeschafft!
Tieropfer wie sie von Gott gefordert wurden sind nicht mehr nötig da wir das Opfer Christi haben was alle Sünden wegnimmt!
Die Sünden die im Alten Bund teilweise sehr hart bestraft werden mussten sind immer noch genauso große Sünden nur hat Christus bis zu seinem zweiten Wiederkommen die Gnade über das Gericht gestellt und so müssen wir die beschriebenen Strafen nicht mehr ausführen usw...
Verstehst du was ich meine?
Die Gebote müssen im Einzelnen nicht mehr gehalten werden und sind trotzdem erfüllt...
Und wie gesagt mit Ikonen und Christusdarstellungen habe ich kein Problem mir geht es da tatsächlich nur um Darstellungen der göttlichen Person des Vaters...
Und da sehe ich eben keine Erneuerung dieses Gebots...
Aber wahrscheinlich müssen wir uns da echt nochmal den Rat eines Paters einholen...
„Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre.“
– Psalm 115,1
#45
Geschrieben 12 Oktober 2011 - 02:41
Ich hab auf Kathnet einen Beitrag über den Hirntod gelesen und mich daraufhin überhaupt mit der ganzen Thematik Organspende, lebenserhaltende Maßnahmen und Patientenverfügung beschäftigt. Dabei sind mir eine Fragen bezüglich der lebenserhaltenden Maßnahme gekommen, besonders was eben die künstliche Beatmung angeht. Was ich mich dabei frage ist, wenn das Leben nur durch eine Maschine aufrechterhalten wird ohne das die Chance besteht, dass der Patient nocheinmal aufwacht, müsste man den Menschen, wie es bei der künstlichen Ernährung ist (vgl. KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE Antworten auf Fragen
der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten bezüglich der künstlichen Ernährung und Wasserversorgung: http://www.vatican.v...ste-usa_ge.html), auch weiterhin beatmen oder nicht? Ist das Ausschalten dieser Beatmunsgeräte Euthanasie oder nicht? Ich bin etwas verwirrt und werde leider auch nicht aus dem Katechismus schlau. Da heißt es:
Zitat
2279 Selbst wenn voraussichtlich der Tod unmittelbar bevorsteht, darf die Pflege, die man für gewöhnlich einem kranken Menschen schuldet, nicht abgebrochen werden. Schmerzlindernde Mittel zu verwenden, um die Leiden des Sterbenden zu erleichtern selbst auf die Gefahr hin, sein Leben abzukürzen, kann sittlich der Menschenwürde entsprechen, falls der Tod weder als Ziel noch als Mittel gewollt, sondern bloß als unvermeidbar vorausgesehen und in Kauf genommen wird.
Was fällt hierbei unter "außerordentliche" oder "in keinem Verhältnis stehende medizinische Verfahren"?
Es wäre schön, wenn jemand etwas dazu sagen könnte oder ein Buch oder Artikel empfehlen könnte.
"Einen Mensch lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat." (F.M. Dostojewski)
#46
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 06:24
ich möchte Dir an Hand eines Beispieles erst einmal auf folgendes
Zitat
471. Welche medizinischen Verfahren sind gestattet, wenn der Tod unmittelbar bevorsteht?
2278-2279
Die Pflege, die man gewöhnlich einer kranken Person schuldet, darf nicht abgebrochen werden. Erlaubt sind dagegen die Verwendung schmerzlindernder Mittel, die nicht auf den Tod abzielen, sowie der Verzicht auf die Anwendung medizinischer Verfahren, die in keinem Verhältnis stehen und bei denen es keine begründete Hoffnung auf einen positiven Ausgang gibt.
antworten.
Als junge Schwester ist folgendes in meinen ersten Nachtdienst passiert. Ein älterer Herr, um die 80 Jahre, lag ganz offensichtlich im Sterben. Er war sehr entspannt und gefast, dass sein Leben sich nun dem Ende nähert. Ja, man könnte wohl sagen: " Er hatte alles geordnet und war bereit zu gehen. Wie es meine Pflicht war, habe ich den Arzt vom Dienst vorsorglich verständigt. Und war gedanklich damit beschäftigt mir eine Kerze und ein Gebetsbuch zusammen zu stellen, um diesen Herrn auf seinen letztes Stücken des Weg zu begleiten; als der AvD an mir vorbei rauschte, sich den alten Herrn kurz ansah und sovor mit X Maßnahmen begann, um diesen älteren Herr " das Leben" zuretten, ohne auch nur einen Augenblick daran zu denken, dass er überhaupt nicht gerettet werden möchte ! Mehrfach bat ich den Arzt ganz leise darum den alten Herrn doch in Frieden gehen zu lassen, wobei zu meinen Erstaunen nicht der Arzt sondern der alte Herr leicht nickte. Doch der AvD war im Grunde innerlich soweit weg und sehr damit beschäftigt den Tot zu bekämpfen, dass er überhaupt nicht mit bekam, dass er es war, der diesen alten Herrn einen ruhigen und friedlichen Tot verweigerte und ihm somit ganz übertrieben gesagt in den Tod hineinquellte. Denn anstatt friedlich zu entschlafen, hatte der alte Herr beim Eintritt seines Todes verzweifelt, vor Schreck aus gerissene Augen, die auf mich gerichtet waren. Denn selbst seine Gegenwehr gegenüber des AvDs, hat dieser Arzt völlig ignoriert und es als die Verwirrtheit eines alten Menschen da getan.
Doch was wäre hier nach dem katholischen Katrchismus der richtige Weg ?
Das was passiert ist ?
Oder nicht doch vielleicht eher, sich zu diesen altern Herrn setzen und in Ruhe bei ihm zusein auf den kleinen Stückchen seines letzten Weges. Also für ihn eine Kerze zu entzünden und ein Gebet zu sprechen, ihn die hand zu halten und mit ihn zu schweigen ?
Denn auch dies ist Plege, weil sie nicht den Tod herbei führt, sondern wenn er schon im Raum ist und der betreffende Mensch ihn bejaht, seine Entscheidung akzeptiert und ihn begleitet, ohne die übliche Hysterie den Tod als Feind zu sehen, der mit allen Mitteln bekämpft werden muß ! Nur weil man ihn, der nun einmal ein Teil des Lebens ist nicht hinnehmen kann oder will.
Wie beschrieben geht es hier um den natürlichen Tod und nicht um den, der durch irgendwelche Wahnvorstellungen wie Euthanasie herbei geführten !

Oves meae vocem meam audiunt et ego cognosco eas, et sequuntur me ( Joh 10,27 )
#47
Geschrieben 19 Oktober 2011 - 08:09
bei der anderen Fragestellung geht es oberflächlich betrachte eigentlich um Menschen, die sogenannte Schmerztherapie Patienten sind. Doch gehören im weitesten Sinne, nur halt mit der umgedrehten Aussage,
auch Diabetiker usw. dazu.
Doch erst einmal zu den Schmerztherapie Patienten und auch hier ist meine Antwort in einem Beispiel versteckt.
Mein Väterchen, 73 Jahre alt ( nach seiner Meinung jung) ist Schmerztherapiepatient, weil, wie er selbst sagt : "Die ollen Knochen nicht mehr so wollen, wie der jung Geist."
Was nichts anderes bedeutet, dass er auf Grund seiner fast 60 jährigen Arbeitszeit nun einmal an den daraus resultierenden Verschleißerscheinungen des Skeletts und der Bandscheiben leidet.
Also was macht man ?
Genau, man geht zum Arzt und beginnt eine Schmerztherapie damit man, zwar mit leichten Einschränkungen, noch am öffentlichen Leben teilnehmen kann.
Doch wie jeder weiß, haben Medikamente immer auch Risiken und Nebenwirkungen ( und nehmen langfristig auch Einfluß auf die Funktionen anderer Organe) auf der einen Seite,
wie auch den leidigen Nachteil, dass der Körper nach längerer Einnahme eines Medikamentes dagegen
"resiestent" wird; heißt die Dosierung muß entweder erhöht werden , um den gleichen Grad der Schmerzbefreiung herbei führen zu können , oder es muß eine völlige Umstellung der Medikation erfolgen.
Dass dies auch zur Verkürzung der Lebenszeit führen kann, liegt eigentlich auf der Hand, weil man im Grunde jeden Tag seinen Körper durch Medikament etwas vergiftet. Doch wäre man ein Narr, wenn einen dieses nicht bewußt wäre.
Somit nimmt der Patient dies willentlich an, um weiterhin bewußt am Leben teilnehmen zu können.
Und somit ist im Gegensatz zur Euthanasie nicht der sofortige Tod ,sondern dass weitere möglichst schmerzfreie Weiterleben das Ziel .
Und Du kannst mir glauben mein Väterchen ist sehr dankbar für jeden Tag, den er mit ertragbaren Schmerzen weiterleben darf.
Nun noch ganz kurz zur eigentlich umgedrehten Aussage, wo es im Grunde um eine medikamentöse Lebensverlängerung geht, die auch von der katholischen Kirche gut geheissen wird.
Und wo merkwürdiger Weise keiner der Euthanasie Befürworter den Mord an dieser Gruppe von Menschen fordert !
Es geht um die Insulinpflichtigen Diabetiker.Wobei es hier kann es jeden Menschen treffen kann, sei es angeborener Diabetis oder einer, der nach einer schweren unbehandelten, wie auch behandelten Bauchspeicheldrüsenentzündung
entstehen könnte.
Niemand käme auf die Idee einen jungen oder reiferen Menschen zum Weiterleben das Insulin zu verweigern !
Weil jeder weiß, weil die Langerhanssche Inseln des Pankreas nun kein körpereigenes Insulin mehr produzieren.
Ich schreibe dies im Grunde nur ,um so den Wahnwitz der Menschen, die die Euthanasie befürworten zu entlaven.

Oves meae vocem meam audiunt et ego cognosco eas, et sequuntur me ( Joh 10,27 )
#48
Geschrieben 20 Oktober 2011 - 07:45
Was mich aber zum Grübeln bringt, sind solche Fälle, bei denen bspw. eine Person an Ernährungs- und Beamtungsgeräte angeschlossen sind und quasi nur durch die künstliche Beatmung am Leben gehalten werden und es unsicher ist ob diese Personen jemals wieder gesund werden. Ist es hierbei Euthanasie, wenn man die Beatmungsgeräte abstellen würde? Ich bin da unsicher, weil auf der einen Seite würde man ja einfach ein Leben beenden und auf der anderen Seite würde man ein Leben verlängern und diesen Menschen quasi nicht gehen lassen. Dies macht mir Kopfzerbrechen.
"Einen Mensch lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat." (F.M. Dostojewski)
#49
Geschrieben 21 Oktober 2011 - 08:32
MIA sagte am 20 Oktober 2011 - 07:45 :
Was mich aber zum Grübeln bringt, sind solche Fälle, bei denen bspw. eine Person an Ernährungs- und Beamtungsgeräte angeschlossen sind und quasi nur durch die künstliche Beatmung am Leben gehalten werden und es unsicher ist ob diese Personen jemals wieder gesund werden. Ist es hierbei Euthanasie, wenn man die Beatmungsgeräte abstellen würde? Ich bin da unsicher, weil auf der einen Seite würde man ja einfach ein Leben beenden und auf der anderen Seite würde man ein Leben verlängern und diesen Menschen quasi nicht gehen lassen. Dies macht mir Kopfzerbrechen.
Liebe Mia,
dies sind Grenzfälle. Und hier die richtige Entscheidung zu treffen, ist oft eine Gewissensfrage, die man eigentlich nicht pauschal
beantworten kann, obwohl es hier auch im Grunde immer " der vermeindlich Gesunde" ist, der mein urteilen zu dürfen bzw. zu müssen.
Und um es zu verdeutlichen, auch hier wieder eine ganz persönliche Erfahrung.
Mein jüngerer Bruder hatte mit 18 Jahren einen sehr schweren Unfall, bei dem es zu einem schweren Hirn- Schädeltrauma, Schädelbasisbruch und anderen schweren Verletzungen kam, sodass er eigentlich nur noch in dem tiefen Komma, in dem er lagen per Maschinen am Leben erhalten wurde. Sämtliche ärzte waren der Meinung es wäre besser die Maschinen abzustellen und ihn sterben zu lassen, weil " da wäre nicht mehr viel, wenn er ,doch gegen alle Vernunft, wieder aufwachen würde" !
Auch die tägliche Anwesenheit meiner Eltern wäre eigentlich vergeblich, weil er sie überhaupt nicht mehr wahrnehmen würde.
So gesehen könnte man meinen rein faktisch aus medizinischer Sicht hätten die ärzte Recht und man hätte meinen Bruder gehen lassen sollen.
Doch war es eine junge dänische ärztin, die meine Eltern ermutigte meinen Bruder, im wahrsten Sinne des Wortes zu ärgern.
In dem sie ihn an den Füssen kitzelten und auch sonst alles machten was er überhaupt nicht mochte.
Obwohl er immer noch im tiefen Komma lag, reagierte er sofort auf dieses ärgern, heißt es war noch eine Menge leben in ihm;
und somit war die Meinung der anderen ärzte zwar aus medizinischer Sicht auf Grund der schwerwiegenden Verletzungen folglich richtig, aber halt nur das Halbebild des menschlichen Seins.
Um es kurz weiter auszuführen. Ja, mein Bruder wurde später mit beinahe 100 % Behinderung entlassen, aber dies war erst der Anfang auf der Reise zurück ins Leben. Heute ist er weit unter 25 % und damit im Grunde genauso " gesund " wie jeder andere,
nur kann er im Gegensatz zu vielen anderen Englisch simultan ins Deutsch übersetzen und arbeitet seit guten 20 Jahren als Pflegekraft in den selben Krankenhaus.
Nun magst Du wohl zu recht einwenden " Da hat der Herr wunderbar gehandelt" und dies sei vielleicht einen Ausnahme.
Doch muß ich ehrlichhalber einräumen, ich weiß es nicht. Denn hätten meine Eltern den Drang der anderen ärzte und ihrer Meinung nach gegeben, hätten wir es nie erfahren. Somit bleibt es immer eine Frage des eigenen Gewissens, wo eben nicht grundsätzlich die Meinung der ärzte den Ausschlag geben sein dürfen, weil sich durch das beschrieben Erlebnis deutlich gezeigt hat, dass dieser sich auch sehr irren können, sondern Leben oder Tod oft von sehr genauen Beobachten gegenüber des Menschen um den es geht abhängig sind. Und glaube mir, im normalen Betrieb einer Intensivstation wo eher die Geräte kontrolliert werden, werden solche Beobachtungen so gut wie nie gemacht bzw. es wird nur äußerselten gesehen das Patient X mal mit dem Zeh wackelt oder sehr kurz die Finger bewegt; und so Leben zum Ausdruck bringt ,was rein medizinisch eigentlich garnicht mehr vorhanden sein kann.
Natürlich will ich nicht verschweigen, dass es ein völlig anderes Bild darstellt, wenn der Patient X laut EEG Hirntod ist, weil es hier tatsächlich nur noch die Maschinen sind, die den Körper am Leben erhalten. Doch auch hier, denke ich, sollten die Angehörigen im Fall der Fälle in Begleitung eines Geistlichen entscheiden, wann sie den geliebten Menschen loslassen. Da es hier im Grunde nicht mehr um den Patienten geht, sondern darum, dass die, die zurück bleiben nicht loslassen können.
Doch so oder so, letztendlich ist es immer die eigene Entscheidung und nicht die der ärzte oder der Gesellschaft, die diese Entscheidung treffen sollten. Denn der, der weiterlebt muß mit seiner Entscheidung auch leben können. Denn sowohl für die ärzte und die Pflegekräfte ist es nur ein Patient zu dem man keine emotionale Bindung hat und somit dies leider auch sehr oft
überhaupt nicht in eine mögliche Einwirkung auf einen Entscheidung der Angehörigen mit in Betracht zieht.
Nun noch ein kurzes Wort dazu. Es ist nicht immer der Grund der Unmenschlichkeit, die ärzte und Pflegekräfte dies so sehen läßt !, sondern ein menschlicher Selbstschutz, weil man sonst innerlich an dem ganzen Leid , was man täglich durch diesen Beruf sieht und erfährt , zu Grunde gehen würde.

Oves meae vocem meam audiunt et ego cognosco eas, et sequuntur me ( Joh 10,27 )
#50
Geschrieben 21 Oktober 2011 - 09:02
Du sprichst das Thema Hirntod an und das ist das eigentliche Thema über das ich nachdenke und zu keiner richtigen Antwort finde. Laut katholischer Lehre, und das hat ja der Papst nocheinmal im Zuge der Organspende wiederholt, ist der Hirntod nicht der Tod des Menschen und demnach düfen diesem Menschen keine lebenswichtigen Organe, wie das Herz, entnommen werden. Ein Hirntoter ist demnach nicht Tod und es gibt sogar Fälle bei denen Menschen, die für Hirntod erklärt wurden (und demnach aus medizinischer Sicht, Tod) wieder aufgewacht sind. Und da diese Menschen eben auch nur noch durch die Beatmungsgeräte am Leben erhalten werden, stellt sich eben die Frage, ob man diese ausschalten darf oder nicht. Es ist halt wieder auf der einen Seite die hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieser Mensch nicht wieder aufwacht und man durch die Geräte nur sein Leben verlängern würde und auf der anderen Seite aber ist der Mensch nicht tod und durch das Ausschalten würde er sterben. Ist das Euthanasie? Oder ist es das, was im Katechismus unter: "Erlaubt sind ... der Verzicht auf die Anwendung medizinischer Verfahren, die in keinem Verhältnis stehen und bei denen es keine begründete Hoffnung auf einen positiven Ausgang gibt" steht? Sind diese lebenserhaltenden Maßnahmen dann "medizinische Verfahren, die in keinem Verhältnis stehen"?
Diese Fragen stelle ich mir, weil es ja nun mal jeden von uns treffen kann, jede Sekunde könnte das geschehen. Für solche Fällte sollte man ja eine Patientenverfügung machen, damit die ärzte eben nicht das machen was sie selber wollen, sondern das was man verfügt hat, dazu zählt eben unter anderem, dass man keine Organe entnehmen darf, wenn der Mensch Hirntod ist, da dies eben nicht den wahren Tod markiert, sondern lediglich ein Mittel zum Zweck, also ein Weg zu möglichst frischen Organen ist.
"Einen Mensch lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat." (F.M. Dostojewski)
#51
Geschrieben 21 Oktober 2011 - 12:08
selbst wenn es abgedroschen klingt, so liegt die Antwort zu Deinen Fragen in Dir !
Nicht, weil es hier eine "eher gesellschaftliche Antwort" geben mag oder etwas ähnliches.
Sondern weil kein Mensch, auch im Glauben, dem anderen so gleich ist, dass die jeweilige
persönliche Entscheidung für ihn die richtige wäre.
So habe ich für mich zwar dazu entschieden lebenserhaltende Maßnahmen zu bejahen, aber
nur um mit ihrer Hilfe ins leben zurück zu finden. Wenn sich aber Anzeigen ergeben, dass
ich mich auf den Weg ins ewige Leben über den körperlichen Tod befinde ( dafür gibt es körperliche Zeichen)
sollen sämtliche nicht notwendigen Maßnahmen unterlassen werde, damit ich in Frieden gehen kann
und eben nicht durch den Zwang der Maschinen weiterhin im Leben gehalten werde.
Nur so ein Gedanke von mir, der auch mir nicht fremd ist. Oft macht es uns trotz unseres Glaubens Angst,
dass der körperliche Tod entgültig ist, und wir uns dieser sehr menschlichen Angst garnicht bewußt, sie uns aber
trotzdem vor mancher entgültigen Entscheidung abhält.
Doch wie schon geschrieben, liegt hier einzig und alleine die Entscheidung ohne Druck von der Gesellschaft, aber im völligen Vertrauen auf Gott, einzig und alleine in Dir. Denn was immer ich Dir auch schreiben und über mich berichte, kann für mich richtig, aber für Dich falsch sein. So kann ich Dir in Wahrheit nur versprechen für Dich zu beten, damit der Heilige Geist
dir den rechten Weg für dich aufzeigt.

Oves meae vocem meam audiunt et ego cognosco eas, et sequuntur me ( Joh 10,27 )
#52
Geschrieben 24 Oktober 2011 - 09:23
"Einen Mensch lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat." (F.M. Dostojewski)
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