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Die Freuden des Fegefeuers


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3 Antworten in diesem Thema

#1 Guest_JoseMari_*

Guest_JoseMari_*
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Geschrieben 18 Mai 2008 - 12:03

Die hl. Katharina von Genua (1447-1510) schildert in einem eigenen Kapitel ihrer Abhandlung über das Fegefeuer in herrlichen Worten auch die Freuden des Fegefeuers:

Ich glaube nicht, sagt sie, dass man eine Freude finden könne, die mit jener einer Seele des Fegefeuers zu vergleichen wäre, ausgenommen jene der Heiligen des Paradieses.
Und diese Freude nimmt vermöge der Einwirkung Gottes auf diese Seelen jeden Tag zu, gleich wie das Hindernis, das ihr im Wege steht, abnimmt. Der Rost der Sünde ist das Hindernis, und gleichwie das Feuer den Rost verzehrt, so öffnet sich die Seele immer mehr der göttlichen Einwirkung...
Die Freude wächst daher in demselben Maße als der Rost abnimmt und die Seele sich öffnet dem göttlichen Strahle. Und so nimmt das eine zu und das andere ab. Es nimmt nicht die Pein ab, wohl aber die Zeit, in der Pein zu bleiben....
Von der anderen Seite aber hat sie eine so außerordentliche Pein, dass keine Zunge sie schildern noch ein Verstand den mindesten Funken davon fassen möchte, wenn Gott sie nicht vermöge besonderer Gnade, offenbaren würde.



#2 Guest_JoseMari_*

Guest_JoseMari_*
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Geschrieben 18 Mai 2008 - 12:04

Im 16. Hauptstück schildert uns die Heilige

...wie die Leiden
der Seelen im Fegefeuer keineswegs ihren Frieden und ihre Freude hindern...:

.....Die andere Einwirlung ist die Freude, die sie hat im Anblick der Anordnung Gottes,
welcher mit Liebe und Barmherzigkeit gegen die Seelen handelt.
Diese zwei Anschauungen drückt Gott in einem Augenblick in diese Seelen,
und weil sie in der Gnade sind, so verstehen und fassen sie dieselben,
wie sie sind, nach ihrer Fähigkeit.
Und deshalb verursacht es ihnen eine große Freude, die niemals abnimmt, im Gegenteil,
um so mehr zunimmt, als sie sich Gott nahen. Die Seelen
sehen sie aber nicht in sich oder durch sich, sondern in Gott,
in welchem sie weit besser eingesehen werden eingesehen werden als in den Leiden, die sie zu dulden haben, und welchen sie auch unvergleichlich höher schätzen.
Denn jede kleinste Anschauung, die man von Gott haben kann,
übertrifft alle Pein und alle Freude, die der Mensch zu fassen vermag.
Und obschon sie dieselbe übertrifft, so nimmt sie ihnen doch nicht
einen Funken der Freude oder der Pein.



#3 Guest_JoseMari_*

Guest_JoseMari_*
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Geschrieben 18 Mai 2008 - 12:06

Der hl. Bernardin von Siena (1380-1444) weißt in der 2. und besonders in der 3. seiner drei Armenseelenpredigten auf die Schönheit des Fegefeuers hin,
indem die Fegefeuerstrafen die Herrlichkeit Gottes wiederstrahlten, und schildert mehrere Freuden des Fegefeuers, wie die Befestigung im Guten, Heilssicherheit, vollkommene Gleichförmigkeit des Willens mit dem göttlichen, Gottesliebe, Verbindung mit den Seligen des Himmels,
Gemeinschaft mit den Lebenden auf Erden, die Wohltaten der Lebenden, besonders die Fürbitte einzeler wie der ganzen Kirche, ihre vorranschreitende Vollendung und die Freude über den großen Nutzen, den ihre Wohltäter auf Erden selber aus ihren Hilfeleistungen für sie ziehen.


#4 Guest_JoseMari_*

Guest_JoseMari_*
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Geschrieben 18 Mai 2008 - 12:07

In gleicher Weise berichtet die hl. Katharina von Emmerich (1774-1824) in einer Vision über die große Traurigkeit dieser Seelen, die aber doch etwas im Gesicht haben, als trügen sie noch F R E U D E im Herzen, im Andenken an die Barmherzigkeit Gottes.

Ich erblickte

, so schildert die Heilige die Vision weiter,

auf ihren Gesichtern eine unbeschreibliche Freudigkeit, die nur das Zeichen der nahen Erlösung dieser Seelen zu sein schien.